Weltgebetstag der Frauen in Liechtenstein

VANUATU 2021
«Worauf bauen wir?» 


Weltgebetstag in Liechtenstein

In Liechtenstein wird üblicherweise der Gottesdienst zum Weltgebetstag am ersten Freitagabend im März in einer der elf Gemeinde gefeiert. Anschliessend sitzen wir gemütlich beisammen und geniessen die landestypischen Speisen und Getränken des Gastgeberlandes. 

Die aktuelle Situation der Corona-Pandemie verhindert leider, dass wir diesen Anlass 2021 gemeinsam gestalten können.

 

In der Rubrik «Gottesdienste» finden sie alternative Vorschläge, sich trotz allem mit den Frauen auf der ganzen Welt im Gebet zu verbinden!


Vanuatu braucht dennoch dringend unsere Unterstützung, deshalb bitten wir Sie um Ihre Spende!


Vor über 130 Jahren taten sich christliche Frauen in den USA und Kanada im Sinne internationaler Frauensolidarität zusammen. Aus ihrem konfessions-übergreifenden Gebet ist die grösste ökumenische Bewegung weltweit entstanden. Seitdem beten am ersten Freitag im März in über 150 Ländern evangelische, katholische und orthodoxe Christinnen und Christen zusammen.

Sie beten, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und in Würde leben können. Dieses gemeinsame Gebet wandert 24 Stunden lang rund um den Erdball, über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg. Dabei wird der Gottesdienst von Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen jeweils aus einem anderen Land vorbereitet. Die Frauen suchen eine Bibelstelle aus und stellen sie in den Kontext ihrer Lebenserfahrungen. So teilen sie ihren Alltag, ihre Freuden und Sorgen, Hoffnungen und Ängste.

 

Dieses Jahr wurde der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu mit dem Titel «Worauf bauen wir?» vorbereitet. Der Gottesdienst stellt den Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 in den Mittelpunkt. In der Bibelstelle heisst es, dass nur das Haus, welches auf festem Grund steht, Stürmen trotzt. 

 

Unsichtbar wie das stabile Fundament eines Hauses sind unsere Überzeugungen und Werte und sie werden sichtbar in unserem Handeln. 


Juliette Pita, die bekannteste Künstlerin von Vanuatu, hat ergänzend zum Titelbild ein Bild geschaffen, das gut zur Aussage der Ni-Vanuatu passt:

 

«Das Land ist für uns wie eine Mutter für ihr kleines Kind.»

 

Das Bild erinnert an den zerstörerischen Zyklon Pam im Jahr 2015. Damals wurde Juliette selbst durch schützende Palmen gerettet; sie ist überzeugt, dass Gott ihre Gebete erhört hat.


Vanuatu und der Klimawandel

«Unser Handeln ist entscheidend» - Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl Vanuatu selbst kaum CO2 ausstösst. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und die Korallenriffe sterben ab. Intakte Korallenriffe sind lebender Küstenschutz. Durch ihre Zerstörung treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher und die lebensnotwendigen Erträge aus der Landwirtschaft werden unbeständig. Der Meeresspiegel steigt stetig und die tropischen Wirbelstürme werden stärker. 2015 zerstörte der Zyklon Pam einen Grossteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. 

Vanuatu handelte: Seit zwei Jahren gilt auf dem Inselstaat ein rigoroses Plastikverbot. Die Nutzung von Einwegplastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstösst muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen. 

 

Die Rolle der Frau in Vanuatu

Nicht alles ist auf Vanuatu so vorbildlich wie der Umweltschutz. 

So sitzt im vanuatischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Vanuatu steht bei der Geschlechtergerechtigkeit auf dem 126. Rang (Global Gender Gap Report 2020 WEF). Die Frauen müssen sich um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern - um das Essen kümmern, bedeutet für sie dieses auch zu beschaffen. Auf sogenannten Mammas-Märkten verkaufen sie landwirtschaftliche Produkte und einfache Näharbeiten und erwirtschaften so den Hauptanteil des Familieneinkommens. 

Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Bei Widerspruch droht körperliche Gewalt. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mindestens einmal Gewalt durch ihren Mann erfahren haben. 

 

Projektarbeit des Weltgebetstag

Der Weltgebetstag unterstützt mit seiner Projektarbeit Frauen und Mädchen weltweit darin, ihre politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rechte durchzusetzen – die Kollekte des Gottesdienstes fliesst vollumfänglich dieser Projektarbeit zu. 

  • Projekt: «Klimawandel und Geschlechtergerechtigkeit»
    Die indonesische Partnerorganisation des Weltgebetstags «Brenjônk» unterstützt Vanuatu bei der Umsetzung der ökologischen Landwirtschaft und bietet Fortbildungen zu Frauenrechten und Geschlechtergerechtigkeit an.
  • Projekt: «Sich durch die Medien eine Stimme verschaffen»
    femLINK-pacific will, dass Probleme von Frauen wahrgenommen werden. Sie schult Frauen in anwaltschaftlicher Arbeit gegenüber politischen Entscheidungsträgern und in der professionellen Nutzung von Medien. 

 

Weltgebetstag der Frauen in Liechtenstein

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